Ein Sturz, ein Ball oder ein Ellbogen kann die Nase brechen oder verbiegen. Die meisten Nasen sehen nach dem Abklingen der Schwellung wieder aus wie vorher, manche bleiben aber zu einer Seite schief oder auf einer Seite verstopft. Hier lesen Sie, was in den ersten Tagen zu tun ist und wie eine schief gebliebene Nase später begradigt werden kann.
Die ersten Tage: Die Schwellung verdeckt die Form
In den ersten Tagen schwillt die Nase an, und Blutergüsse breiten sich oft bis unter die Augen aus. Die Schwellung kann eine gerade Nase schief aussehen lassen oder eine tatsächliche Verbiegung verdecken; die Form lässt sich deshalb noch nicht beurteilen. Es dauert etwa fünf Tage, bis die Schwellung so weit zurückgeht, dass die Knochen untersucht werden können.
Bis dahin lindern ein in ein Tuch gewickeltes Kühlpack, jeweils bis zu 15 Minuten auf die Nase gelegt, und Schlafen mit einem zusätzlichen Kissen unter dem Kopf Schwellung und Schmerzen; auch Paracetamol hilft gegen die Schmerzen. Versuchen Sie nicht, die Nase selbst geradezudrücken, zupfen Sie nicht daran und schnäuzen Sie sich nicht. Meiden Sie anstrengenden Sport etwa zwei Wochen lang und Kontaktsport mindestens sechs Wochen.
Wenn die Nase blutet, setzen Sie sich aufrecht hin, beugen Sie sich nach vorn und drücken Sie den weichen Teil der Nase direkt über den Nasenlöchern bis zu 15 Minuten lang zusammen; atmen Sie dabei durch den Mund.
Zeichen, die sofort Hilfe brauchen
Manche Zeichen dulden keinen Aufschub. Rufen Sie die 112 an oder gehen Sie in die nächste Notaufnahme, wenn eines davon auftritt:
- Nasenbluten, das nicht aufhört.
- Klare, wässrige Flüssigkeit, die aus der Nase läuft; sie kann auf eine schwere Kopfverletzung hinweisen.
- Andere Zeichen einer Kopfverletzung wie Erbrechen, Bewusstlosigkeit, Schwierigkeiten beim Sprechen oder starke Kopfschmerzen.
- Verschwommenes Sehen, Doppelbilder oder Schmerzen im Auge.
- Eine große oder offene Wunde.
Ein Zeichen wird leicht übersehen, weil es im Inneren der Nase liegt: eine oft violette Schwellung, die eine oder beide Seiten verlegt und schmerzen kann. Dabei kann es sich um Blut handeln, das sich unter der Schleimhaut der Nasenscheidewand sammelt, der Wand aus Knorpel und Knochen, die die Nase in zwei Hälften teilt (ein Septumhämatom). Es muss sofort angesehen und entlastet werden; bleibt es bestehen, kann es sich entzünden und den Knorpel schädigen, der den Nasenrücken trägt.
Eine Untersuchung nach etwa einer Woche
Lassen Sie die Nase untersuchen, wenn sie nach dem Abklingen der ersten Schwellung schief aussieht, wenn eine Seite verstopft bleibt oder wenn die Schwellung nach drei Tagen noch nicht zurückzugehen beginnt. Häufig sieht ein HNO-Arzt die Nase sieben bis zehn Tage nach der Verletzung, wenn sich die Form von außen und innen beurteilen lässt. Bei einem einfachen Nasenbeinbruch ist meist kein Röntgenbild nötig.
Haben sich die Nasenbeine verschoben, lassen sie sich manchmal unter Betäubung ohne jeden Schnitt wieder in ihre Lage bringen; das nennt man geschlossene Reposition. Sie muss erfolgen, bevor die Knochen fest werden: nach den Patienteninformationen von ENT UK, dem britischen Verband der HNO-Chirurgen, innerhalb von 14 Tagen nach der Verletzung, nach dem britischen Gesundheitsdienst NHS innerhalb von drei Wochen. Oft verbessert sie die Form, stellt aber nicht immer das frühere Aussehen wieder her.
Warum sich die Scheidewand oft mitverbiegt
Die Nase ist in Schichten aufgebaut: oben zwei kleine Nasenbeine, darunter Knorpel und innen die Nasenscheidewand, die auch den Nasenrücken mitträgt. Ein Schlag, der stark genug ist, um die Knochen zu verschieben, verbiegt oder bricht oft auch die Scheidewand, und eine verbogene Scheidewand kann die äußere Nase mit sich ziehen und den Luftweg auf einer Seite verengen.
Deshalb kann eine Nase, die gerader aussieht, auf einer Seite verstopft bleiben; ist sie drei Wochen nach der Verletzung noch verstopft, kann die Scheidewand verbogen sein. Und deshalb kann eine nur außen begradigte Nase wieder abweichen, weil die Scheidewand an ihr zieht. Eine Arbeit über Nasenbeinbrüche aus dem Jahr 2023 berichtet, dass nach einer geschlossenen Reposition häufig später eine offene Operation nötig wird, besonders wenn die Scheidewand stark betroffen war.
Warum die Korrektur meist einige Monate wartet
Nach den ersten Wochen sind die Knochen fest verheilt und lassen sich nicht mehr einfach zurückschieben. Eine Nase, die schief bleibt, wird dann meist einige Monate später operativ korrigiert, wenn die Schwellung abgeklungen ist. Die Hinweise von ENT UK nennen eine weitere Operation zwölf Monate oder mehr nach der Verletzung; dieselbe Arbeit von 2023 beschreibt die Vorteile einer offenen Operation nach drei Monaten oder später, wenn sich Scheidewand und Knochen vollständiger begradigen lassen.
Das Warten zeigt auch, wie die Nase tatsächlich verheilt ist, sodass Sie in Ruhe entscheiden können, ob Sie sie überhaupt verändern möchten. Eine leichte Abweichung, die Sie nicht stört, braucht vielleicht keine Behandlung.
Außen und innen begradigen
Nach einer Verletzung werden oft zwei Arten von Eingriffen verbunden. Die Septumplastik begradigt die Scheidewand durch die Nasenlöcher, ohne Schnitte außen; sie dient der Atmung und soll das Aussehen der Nase nicht verändern. Techniken der Rhinoplastik verändern die äußere Nase: die Knochen, den Knorpel des Nasenrückens und die Spitze. Werden beide in einer Operation verbunden, spricht man von einer Septorhinoplastik.
Im Überblick dauert die Operation in Vollnarkose zwei bis fünf Stunden und erfolgt über kleine Schnitte im Inneren der Nase oder zusätzlich über einen kleinen Hautschnitt zwischen den Nasenlöchern. Die Scheidewand wird begradigt und in die Mitte zurückgesetzt, wobei ein fester Streifen als Stütze der Nase erhalten bleibt. Die Nasenbeine werden mit feinen, kontrollierten Knochenschnitten, den Osteotomien, gelöst und zur Mittellinie verschoben; der Knorpel des Nasenrückens wird begradigt und gehalten, manchmal mit kleinen Knorpeltransplantaten, meist aus der Scheidewand. Eine Schiene außen hält die Knochen in Position.
Die Heilung
Blutergüsse um die Augen klingen meist innerhalb einer Woche ab. Die äußere Schiene und eventuelle Schienen in der Nase werden ein bis zwei Wochen nach der Operation entfernt. Planen Sie etwa zwei Wochen Arbeitspause ein, länger bei staubiger oder körperlich schwerer Arbeit. Mit anstrengendem Sport und Kontaktsport warten Sie mindestens zwei Wochen, und die Nase bleibt einige Monate lang empfindlich gegenüber Stößen.
Der größte Teil der Schwellung geht innerhalb weniger Wochen zurück, doch es kann bis zu drei Monate dauern, bis sich die Nase gesetzt hat und die Atmung frei wird; die endgültige Form wird nach etwa einem Jahr beurteilt.
Risiken der Operation
Nasenbluten ist in den ersten Tagen häufig; selten ist eine Blutung so stark, dass man ins Krankenhaus zurückmuss. Infektionen und Blutansammlungen unter der Schleimhaut der Scheidewand sind selten, müssen aber früh behandelt werden. Taubheit der Nasenspitze, der oberen Zähne oder der Lippen kann auftreten und vergeht meist mit der Zeit. Ein Loch in der Scheidewand und Narbenstränge in der Nase sind seltener, und die Risiken der Vollnarkose werden vor der Operation erklärt.
Die schiefe Nase hat eigene Risiken. Knorpel neigt dazu, in seine alte Form zurückzukehren, sodass die Nase in den Monaten nach der Operation wieder etwas abweichen kann, und die Scheidewand lässt sich vielleicht nicht vollständig begradigen oder verbiegt sich erneut; das Merkblatt von ENT UK zur Septorhinoplastik gibt dafür etwa einen von zehn Fällen an und nennt fünf bis zehn von hundert Menschen, die eine weitere Operation brauchen, um die Form der Nase anzupassen. Kein Gesicht ist vollkommen symmetrisch; Ziel ist eine deutlich geradere Nase, und wie nah das Ergebnis daran kommt, ist von Mensch zu Mensch verschieden.
Fragen zu Ihrer eigenen Nase, zum richtigen Zeitpunkt und dazu, ob eine Operation für Sie sinnvoll ist, werden in einem Beratungsgespräch nach einer Untersuchung beantwortet.